Frei.Raum.Schule: Herbstarbeiten in der Rottenburger Ehehalde

Zwei Personen arbeiten am steilen Weinberghang zwischen Rebstöcken.

Von Mittwoch, dem 14.10., bis Freitag, dem 16.10., führten Schüler der Kreuzerfeld-Realschule gemeinsam mit der Wengerter-Gruppe „ÖXler“ ein gemeinsames Projekt jeweils von 8.00 bis 11.00 Uhr bei schönstem Herbstwetter im Weinberg in der Ehehalde in Rottenburg durch.

Jeweils etwa 25 bis 30 Schüler im Alter von 13 bis 16 Jahren waren mit gutem Schuhwerk und Arbeitsklamotten ausgestattet und erhielten Geräte für die doch teilweise schweren Herbstarbeiten im Weinberg.

Treppen säubern, Wege wiederherstellen, Gebüsche zurückschneiden und teilweise Weinbergs-Trockenmauern reparieren.

Mit großem Engagement und Fleiß machten die Schüler unter Aufsicht ihrer Lehrer Uli Remmler und Phil Ross mit Hacken, Spaten, Schaufeln und Rechen die Wege wieder gangbar, säuberten die Treppen von Geröll und Gras, schnitten zugewachsene Teile von den teilweise verbuschten Nachbargrundstücken frei, um die Gangbarkeit der Treppen im Grenzbereich zum Nachbarn wiederherzustellen.

Eine Person lockert Erde zwischen Rebstöcken am Hang.

Ewald Baur und Gunter Vetter, Mitglieder der Wengerter-Gruppe Öxler (oexler-rottenburg.de), halfen ihnen mit fachkundiger Anleitung hierbei und erklärten ihnen, warum diese historischen Terrassenanlagen mit ihren zum Teil bis zu 100-jährigen Trockenmauern erhalten werden müssen und sollen.

Hans-Peter Enderle wies in seiner Ansprache darauf hin, dass diese Terrassen nicht nur beste Reblage mit absoluter Südausrichtung, sondern auch ein bedeutsames Biotop für vielerlei Vögel, Insekten und Echsen sind. Auch Kreuzottern, Ringelnattern sowie Rehe, Füchse und Dachse wurden hier schon gesehen. Ab Frühjahr tummeln sich hier auch jede Menge an Schmetterlingen, Hummeln, Bienen und Wespen.

Auch eine bemerkenswerte Flora lässt sich das ganze Jahr über beobachten und auch riechen. Wilder Lauch, wilde Möhren sowie ein reichhaltiges Blumenmeer im Frühjahr und Sommer lassen sich beobachten.

Die ÖXler-Gruppe, bestehend aus derzeit 6 Weinfreunden,  betreibt den Weinberg möglichst naturnah, das heißt der Boden wird zum Beispiel nicht aufgerissen, sondern für einen ständigen Humusaufbau nur gemulcht. Alle Teile der Reben wie Laub und Abschnitte werden dort dafür belassen. Gespritzt werden nur Fungizide gegen diverse Pilzarten wie Echten und Falschen Mehltau und hiervon so wenig wie unbedingt notwendig. Auf Herbizide (Unkrautvernichtungsmittel) wird komplett verzichtet. Gedüngt wird, wenn überhaupt, vorwiegend mit organischem Dünger.  

Mit einer Tröpfchenbewässerung werden nur die jungen Reben am Leben erhalten, deren Wurzelsystem noch nicht tief genug in den Boden reicht, um dort an Wasser zu gelangen. Diese Bewässerung erfolgt jedoch äußerst sparsam, nur wenn die Reben beginnen, an Trockenstress zu leiden.

Mehrere Personen säubern eine steinerne Treppe zwischen Rebstöcken.

Es war eine Freude, die Schüler arbeiten zu sehen. Mit großem Interesse und Engagement gingen sie ans Werk. Die begleitenden Wengerter hatten ihre helle Freude und Spaß, auch mal junge Leute im Weinberg begrüßen und ihnen vieles erklären zu können.

Vielleicht macht das ja für den einen oder anderen ja mal Lust auf mehr solcher Tätigkeiten in der Natur?  Es ist einfach schön, zu sehen, was man durch die Arbeit mit den eigenen Händen innerhalb einer Gruppe leisten kann und dass man hinterher gleich ein messbares Ergebnis hat.

Arbeiten an den Reben standen jetzt kurz nach der Ernte nicht an. Jetzt dürfen die Rebstöcke ruhen und sich bis in den Februar erholen, den Saft aus den Ruten in ihr Wurzelwerk verbringen, um nächstes Jahr wieder volle Kraft entwickeln zu können.

Auch die Wengerter nehmen diese Pause nach dem arbeitsreichen Jahr im Weinberg gerne an.

In der Hoffnung, dass die Schüler an der Arbeit in freier Natur Spaß gefunden haben, bedanken sich die ÖXler nochmals recht herzlich für die Unterstützung. Von einem Weingeschenk an die Schüler wurde aber verständlicherweise abgesehen.

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